Wenn Sie Ihr Unternehmen mit einem Framework wie EOS® (Entrepreneurial Operating System), Scaling Up oder Pinnacle führen, wissen Sie: Der Ansatz "veredeltes Spreadsheet" funktioniert nur eine gewisse Zeit. Irgendwann brauchen Sie ein zentrales Nervensystem.
Hier kommt Bloom Growth (früher Traction Tools) ins Spiel.
Als einer der ursprünglichen Anbieter im BOS-Softwaremarkt (Business Operating System) war Bloom Growth lange die erste Wahl für Teams mit einem disziplinierten Meeting- und Metriken-Ansatz. Aber mit neueren Wettbewerbern wie Ninety.io, MonsterOps und Strety stellt sich die Frage: Trägt Bloom die Krone noch?
Was ist Bloom Growth?
Bloom Growth ist eine cloudbasierte Plattform, die Führungsteams dabei unterstützt, effektivere Meetings durchzuführen, KPIs zu verfolgen und langfristige Ziele zu steuern.
Ursprünglich wurde das Produkt speziell für EOS® entwickelt, inzwischen hat sich das Unternehmen als "OS-agnostisch" neu positioniert.
Egal ob Sie einem festen Framework folgen oder ein eigenes "Frankenstein"-System gebaut haben: Bloom-Module wie Scorecard, Accountability Chart und das L10-Meeting-Modul sollen sich an Ihre Arbeitsweise anpassen.
Funktionen
Bloom Growth bietet eine vollständige Suite an Management-Tools, doch drei Kernfunktionen stechen hervor.
- Meetings: Stellt eine stark strukturierte Umgebung für verschiedene Meeting-Typen bereit, inklusive automatischer Timer, sofortigem Versand von Meeting-Protokollen und einem "Star Voting"-System, das priorisierte Themen zuerst behandelt.
- Metric Scorecards: Ermöglicht fortgeschrittenes Tracking über tägliche, wöchentliche, monatliche und quartalsweise Zyklen. Mit "Trend Mode" und benutzerdefinierten Formeln werden Rohdaten in verwertbare visuelle Insights übersetzt.
- Accountability Chart: Geht über ein klassisches Organigramm hinaus, indem Rollen und Verantwortlichkeiten per Drag-and-drop klar abgebildet werden. Die Funktion ist direkt mit den "People Tools" verbunden und unterstützt objektivere Quartalsbeurteilungen.
Die Stärken
1. Support & Ressourcen
Wenn ein Thema in Bloom-Growth-Bewertungen immer wieder auftaucht, dann der Kundenservice. Anders als viele SaaS-Anbieter, die sich hinter Chatbots verstecken, bietet Bloom dedizierte Success Manager und live verfügbare Bloom Growth Coaches. Nutzer berichten häufig, dass sich das Onboarding eher wie eine Partnerschaft als wie ein klassisches Software-Rollout anfühlt.
2. Hohe Anpassbarkeit
Während viele Wettbewerber auf starre Systeme setzen, erlaubt Bloom umfassende Anpassungen. Wie bei MonsterOps können Sie Begriffe umbenennen (gefällt Ihnen "Rocks" nicht? Dann nennen Sie es "Prioritäten"), Meeting-Agenden anpassen und individuelle Workspaces erstellen. Auch die Help-Center-Artikel zeigen eine hohe Flexibilität bei Ansicht und Weitergabe von Metriken zwischen Teams.
3. Meetings
Meetings in Bloom fühlen sich klar strukturiert an. Die Software steuert den Timer, führt durch jeden Abschnitt (Check-In, Scorecard, To-Dos, IDS) und verschickt das Protokoll automatisch an alle, sobald Sie auf "End Meeting" klicken. Das reduziert das typische "Was haben wir eigentlich beschlossen?"-Problem vieler Startups.
Die Schwächen: Wo Bloom hinterherhinkt
1. Lernkurve
Bloom Growth ist leistungsfähig, aber nicht immer "plug-and-play". Neue Nutzer fühlen sich anfangs oft unsicher, weil die Oberfläche im Vergleich zu modernen Plattformen wie MonsterOps veraltet oder "klobig" wirkt. Einige Hilfsartikel verweisen sogar auf eine kürzlich gestartete "New Meeting Experience", die genau diese Punkte adressieren soll. Trotzdem berichten viele weiterhin von Reibung durch eine insgesamt alte und teils sperrige Bedienung.
2. Schwächere Zusatzfunktionen
Beim Tracking von Unternehmenszielen ist Bloom stark, doch die "People Tools" (z. B. quartalsweise 1:1s und People Analyzer) wirken für manche Teams weniger robust als erwartet. Wer eine umfassende HR-Performance-Suite sucht, bekommt schnell den Eindruck, dass Bloom "zu viel auf einmal" möchte, ohne Reporting und HR-Analytics wirklich auszureifen.
3. Mobile Experience
Ein häufiger Tenor auf Reddit und G2: Die mobile App erreicht nicht das Niveau der Desktop-Version. In einer Welt, in der Gründer unterwegs schnell ein "Issue" erfassen oder ein "To-Do" abhaken müssen, wird eine träge mobile UI schnell zum Dealbreaker, besonders wenn Verbesserungen nur langsam kommen.
Preise
Die Preisstruktur von Bloom Growth ist nach Unterstützungsniveau gestaffelt:
- Bloom Core: startet bei etwa 249 $/Monat (inklusive 25 Nutzer). Das ist der klassische Self-Serve-Tarif.
- Bloom Accelerate: etwa 499 $/Monat (für 25 Nutzer). Enthält intensiveres Coaching und Unterstützung bei der Quartalsplanung.
- Zusätzliche Nutzer: +5 $ pro Nutzer/Monat (60 $/Jahr abgerechnet) über die ersten 25 hinaus.
Verträge laufen jährlich, was einen Kurswechsel erschwert, wenn die Plattform nicht passt. Beim Wechsel zu einer anderen Lösung zahlen Sie möglicherweise noch Monate für Software, die Sie nicht mehr nutzen.
Fazit
Bloom Growth war einst der unangefochtene Marktführer in diesem Bereich. Die Realität im Jahr 2026 ist jedoch: Die Plattform zeigt ihr Alter, und es gibt kaum Anzeichen für grundlegende Veränderungen.
Für viele Teams fühlt sich das, was früher als "Flexibilität" galt, heute eher wie eine klobige, überkonstruierte Erfahrung an - mehr Datenbank-Verwaltung als Unternehmensführung.
Dazu kommen ein Einstiegspreis von 249 $/Monat und die jährliche Bindung (2.988 $), die im heutigen Markt schwer zu rechtfertigen sind - vor allem wenn modernere, intuitivere Wettbewerber schlankere Oberflächen und stärkeres Performance-Tracking zu deutlich geringeren Kosten bieten.
Wenn Sie nicht bereit sind, einen Vollzeit-Administrator für die Eigenheiten der Plattform abzustellen, zahlen Sie am Ende womöglich einen Premiumpreis für Funktionen, die Ihr Team nur widerwillig oder gar nicht nutzt.
Bevor Sie sich langfristig an dieses Ökosystem binden, lohnt es sich, agilere Alternativen zu prüfen, die Nutzererlebnis vor operativer Komplexität stellen.
